Gern wäre ich geflogen – wie ein Schmetterling
Fortsetzung
7.Kapitel (S. 16-19): Flucht und Versteck (Farbe: braun)
Anmerkung für den Lehrer:
Das Kapitel führt zurück zu Hannahs Familiengeschichte.
Es enthält zwei zentrale Aspekte:
1. Strategie der Imaginationskraft in dramatisch sich verschlechternder Situation
Bisher war Hannah relativ geborgen und von den Auswirkungen des
Holocaust persönlich noch kaum betroffen. Nun verändert sich ihre
Situation entscheidend. Obwohl sie noch mit ihren Eltern zusammen sein
kann, sind deren Möglichkeiten, ihrer Tochter Schutz zu bieten, sehr
begrenzt: Sie sind selbst auf die Hilfe von Fremden angewiesen. Die Lage
der Familie verschlimmert sich drastisch.
Hannah bedient sich einer Strategie, die häufig von Kindern benutzt wird, um mit
Stresssituationen zurecht zu kommen: ihrer Phantasie. Versteckt in der
Enge des Kartoffelsacks, redet sie sich selbst Mut zu: „Ich bin eine
Kartoffel. Sich zu bewegen ist verboten – Kartoffeln bewegen sich nicht.
Kein Mucks – Kartoffeln sprechen nicht...“ Obwohl die Situation bedrohlich
ernst ist, leitet Hannah aus ihrer Vorstellung die Kraft ab, mit ihrer
Angst fertig zu werden.
2. Zuschauer und Retter
Es muss deutlich werden, dass die polnische Bevölkerung auf
unterschiedliche Weise auf die dramatische Situation der Juden reagierte.
Im bisherigen Verlauf der Geschichte konnten die Leser zwei Beispiele
dafür kennen lernen, dass die polnischen Nachbarn den Juden nicht zu Hilfe
kamen: den Schuldiener und die Fahrer der Pferdewagen.
Hier lernen wir eine Frau kennen, die hilft, obwohl sie sich dabei
selbst in Gefahr bringt. Sie bleibt nicht länger gleichgültiger Zuschauer,
sondern bietet ihre Hilfe an, wobei sie sich selbst und ihre eigene
Familie gefährdet. Den Schülern muss klar vor Augen geführt werden,
dass die Strafe, die der Frau im Fall einer Entdeckung durch die Deutschen
bevorsteht, der Tod ist. Ebenso wichtig ist es, den Schülern klar zu machen, dass es nicht viele waren,
die während des Holocaust Juden retteten. Jeder Jude jedoch, der während
des Holocaust versteckt wurde, erhielt Hilfe durch einen oder mehrere
Nicht-Juden, Gerechte unter den Völkern, die sich selbst in Gefahr
brachten, um Juden zu helfen.
(Für weiterführende Informationen bzw. Rettungsgeschichten zu dem
Thema „Righteous among the Nations“ siehe
auch: www.yadvashem.org)
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| Impuls |
Erwartungshorizont möglicher Antworten |
| Hannah erzählt, wie sie, am Höhepunkt von Krieg und Verfolgung, von ihrer Mutter ein neues Kleid bekommt, und wie glücklich sie darüber ist. Wie erklärst du dir das?
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Hannah ist trotz der harten Kriegsrealität noch Kind, das sich über ein neues Kleid freut. Evtl. bietet ihr das Kleid auch die Gelegenheit, für wenige Momente aus ihrem schwierigen Alltagsleben zu fliehen (vgl. Hannahs Tanz auf dem Tisch).
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Im bisherigen Verlauf der Geschichte haben wir zwei Beispiele dafür
kennen gelernt, dass die polnischen Nachbarn den Juden nicht zu Hilfe
kamen: den Schuldiener und die Fahrer der Pferdewagen, auf denen die Juden
in den Osten transportiert wurden.
In diesem Kapitel erfahren wir, dass es Leute gab, die Hannahs
Familie helfen wollten. Was wäre ihnen passiert, wenn die Deutschen sie entdeckt hätten?
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Obwohl die polnische Frau dies nicht explizit ausdrückt: Auf das Verstecken von Juden stand Todesstrafe.
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| Was bedeutet es, Juden in einem sozialen Umfeld zu helfen, in dem nicht jeder bereit wäre, so zu handeln?
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Erfordernisse auf praktischer Ebene: finanzielle Quelle, Netz von zuverlässigen Mithelfern, Fähigkeit zum absoluten Geheimhalten.
Persönliche Anforderung:
Fähigkeit, gegen den Strom zu handeln und Juden zu helfen, wenn die allgemeine Tendenz ist, sich ihnen gegenüber gleichgültig oder abweisend zu verhalten. |
| Hannah beschreibt, wie sie sich von ihren Eltern trennen musste, um sich in einem Kartoffelsack zu verstecken. Wie ging es ihr in dem Versteck? Wie ging sie mit ihrer Angst um?
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Hannah bekämpft ihre tiefe Angst, indem sie sich vorstellt, sie sei eine Kartoffel. So übersteht sie die nervenzehrende Zeit in dem Sack, bis sie zu ihren Eltern zurückkehrt.
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8.Kapitel (S. 20-23): Trennung vom Vater (Farbe: schwarz)
Anmerkung für den Lehrer:
In ihrer zunehmend sich verschärfenden Situation sieht Hannahs
Familie sich gezwungen, sich zu trennen. Das menschliche Dilemma, vor dem
die Familie steht, ist die Frage, ob es sinnvoll ist, um jeden Preis
zusammenzubleiben, oder ob sich ihre Überlebenschancen erhöhen, wenn sie
sich trennen. Hannahs Eltern sind in dieser Frage nicht einer Meinung, am
Ende trifft der Vater die Entscheidung, sich von der Familie zu trennen
und sich den Partisanen anzuschließen, da gefälschte Papiere nur für zwei
Personen zu beschaffen sind.
Drei Aspekte kommen in diesem Kapitel zur Sprache:
1. Menschliche Dilemmata
Die Diskussion menschlicher Dilemmata ist ein wesentliches Element beim
Unterrichten des Holocaust. Die Bedeutung dieser Diskussionen liegt nicht
darin, mit der Klasse zu entscheiden, welche Entscheidung wohl „die
Richtige“ wäre. Im Gegenteil, es ist wichtig, die Schüler von jeder Form
der Verurteilung abzuhalten. Das Gespräch über Dilemmata soll die Schüler
näher an die Personen, deren Geschichte sie kennen lernen, heranbringen
und ein tieferes Verständnis für ihr Handeln und schließlich Empathie ermöglichen.
Je jünger die Schüler, desto mehr Vorsicht ist geboten bei der Diskussion
menschlicher Dilemmata in der Klasse. Das Gespräch muss der kognitiven
Entwicklungsstufe der Schüler angepasst sein.
2. Retter
Die Leser lernen weitere Personen kennen, die bereit sind, eigenes Risiko auf sich zu nehmen, um Hannah und ihrer Familie zu helfen.
3. Verkehrung der Rollen zwischen Hannah und ihrem Vater
Hannah versucht, ihren Vater davon zu überzeugen, dass er bei der Familie
bleibt. Sie warnt ihn vor den Gefahren, die ihm im Wald bei den Partisanen drohen.
Sie möchte ihren Vater schützen.
Hier liegt ein weiteres Beispiel für die Verkehrung der Rollen zwischen
Eltern und Kindern vor, eine für den Holocaust charakteristische
Erscheinung (vgl. 4. Kapitel).
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| Impuls |
Erwartungshorizont
möglicher Antworten |
| Warum besteht Hannahs Vater darauf, seine
Frau und seine Tochter zu verlassen, um sich den Partisanen
anzu-schließen? |
- Unsicherheit des Versteckes, täglich wächst die Gefährdung der Familie
- Schwierigkeit bei der Beschaffung zusätzlicher gefälschter Ausweispapiere für den Vater |
| Wie reagiert Hannah auf die Idee des Vaters? |
Sie versucht ihn davon abzubringen, sorgt sich um ihn,
möchte ihn schützen. |
9.Kapitel (S. 24-25): Im Versteck in Warschau (Farbe: violett)
Anmerkung für den Lehrer:
Das Kapitel beschreibt das Leben von Hannah und ihrer Mutter im Versteck in der Großstadt Warschau. Zwei wesentliche Aspekte werden herausgestellt:
1. Die Retter
Hier wird beschrieben, welchen Preis im Alltagsleben die Familie zu zahlen
hatte, die Hannah und ihre Mutter versteckten. Abgesehen von dem
permanenten Risiko, entdeckt zu werden und für ihr Tun mit dem Leben
bezahlen zu müssen, nehmen sie immense Schwierigkeiten im Alltagsleben auf
sich: Sie dürfen niemanden zu sich einladen, ihr Geheimnis mit niemanden
teilen, müssen ihre Wohnung und die ohnehin knappen Lebensmittel mit
Fremden teilen. Diese radikal veränderten Lebensbedingungen sollten in der
Klasse diskutiert werden.
2. Die Versteckten
Hannah beschreibt die Schwierigkeit, im Versteck zu leben. Zwei Jahre lang
kann sie weder die Sonne sehen noch frische Luft atmen noch sich frei
bewegen. Als Gast im Haus eines Fremden hat sie ständig das Gefühl, zu
stören oder im Weg zu sein, so dass sie immer mehr verstummt. Zudem muss
sie stets auf der Hut sein, wenn unangemeldete Gäste der Familie kommen,
um nicht entdeckt zu werden.
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| Impuls |
Erwartungshorizont möglicher
Antworten |
| Wie beschreibt Hannah ihr Leben im Versteck? |
- Gefühl des Fremdseins: kaum sprechen, um
niemanden zu verärgern, nur lesen, wenn sie alleine mit Mutter ist,
viele Einschränkungen, ständige Angst, ent-deckt zu werden. |
| Wie, glaubt ihr, denken die beiden
Töchter der Familie Skovronek, über die Tatsache, dass Hannah mit
ihrer Mutter bei ihnen lebt? |
Einerseits: Schwierigkeit, Fremde bei
sich zuhause aufzunehmen, keine Freun-de einzuladen, Raum,
Lebensmittel, Bücher usw. zu teilen.
Andererseits: Wissen, dass sie und ihre Familie etwas sehr
Wichtiges, Bedeu-tendes tun und Menschenleben retten.
(Hinweis des Lehrers auf das folgende Kapitel, in dem sich klären wird, in welche Richtung die beiden Mädchen mehr tendieren.) |
Stunde 3: Gemeinsame Lektüre (S. 26-36)
11.Kapitel (S. 28-29): Das Versteck im Versteck (Farbe: braun)
Anmerkung für den Lehrer:
1. Bedrängnis und Schwierigkeiten des Lebens im Versteck
Hannah beschreibt, wie sie und ihre Mutter gezwungen waren, sich im
Kleiderschrank, und in einem Fall sogar im Kohlenkasten zu verbergen,
wenn Gäste zu Besuch kamen. In der Enge und Dunkelheit des Verstecks
benutzt Hannah wieder ihre Imaginationskraft, um mit der bedrängten
Situation fertig zu werden. Aus ihren Phantasieträumen können wir verstehen,
wie sehr Hannah die Natur und frische Luft vermisst.
2. Die Retter
In diesem Kapitel wird deutlich, dass die beiden Töchter der Familie
Skovronek die Werte ihrer Eltern übernommen haben. Die Tochter Hanka
„erfindet“ in einer plötzlichen Gefahrensituation ein Versteck im Versteck
und rettet so Hannah und ihrer Mutter das Leben. |
| Impuls |
Erwartungshorizont
möglicher Antworten |
| Hannah beschreibt hier zum
zweiten Mal, wie sie in ihrer Phantasie aus der Realität flieht.
Was bedeutet es, dass sie in ihrer Vorstellung als Elfe durch einen
Blumenwald spaziert? |
Hannah vermisst die
Natur, die frische Luft, die freie Bewegung draußen. |
| Im vorigen Kapitel haben
wir vermutet, die Töchter der Familie Skovronek hätten gemischte
Gefühle Hannah und ihrer Mutter gegenüber. Was zeigt uns dieses Kapitel?
Wie steht Hanka Skovronek zu den jüdischen Flüchtlingen? |
Hanka Skovronek fühlt sich
mit verantwortlich für Hannah und ihre Mutter und schafft – mit dem
Wissen ihrer Familie – einen zusätzlichen Versteckplatz auf dem Dach
für sie. Daraus wird klar, dass Hanka die Werte ihrer Eltern teilt und
bereit ist, ihr Leben dafür einzusetzen. |
12.Kapitel (S. 30-31): Das Kriegsende (Farbe: olivgrün)
Anmerkung für den Lehrer:
1. Das Kriegsende
Den ganzen Krieg hindurch hatten Hannah und ihre Mutter den Augenblick des
Kriegsendes und ihrer Befreiung herbeigesehnt. Sie kehren in ihre
Heimatstadt Biala Rawska zurück, in der Hoffnung, dort den Vater,
Verwandte und Freunde wiederzufinden. Aber als sie dort ankommen,
begreifen sie das Ausmaß des Verlustes: Der Vater hat den Krieg nicht
überlebt, sämtliche Verwandten wurden ermordet, und nur wenige ehemalige
jüdische Einwohner der Stadt sind zurückgekommen. Ihr gesamter Besitz
wurde gestohlen, und die Beziehungen zur polnischen Bevölkerung sind
vollends zusammengebrochen.
Im Unterrichtsgespräch sollte hervorgehoben werden, dass das so lange
ersehnte Kriegsende schließlich nicht Freude und Erleichterung, sondern
zunächst die niederdrückende Erkenntnis brachte, dass die Überlebenden
ihre gesamte frühere Lebenswelt verloren hatten.
Trotz allem geben Hannah und ihre Mutter nicht auf und versuchen, ihren
Platz in der Welt zu finden.
2. Neuorientierung
Hannah und ihre Mutter erkennen nach einem kurzen Aufenthalt in ihrer
ehemaligen Heimatstadt, dass für sie dort kein Platz mehr ist. Sie
verlassen die Stadt und suchen eine neue Bleibe.
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| Impuls |
Erwartungshorizont
möglicher Antworten |
| Wie, glaubt ihr, fühlen sich Hannah und ihre Mutter nach dem Kriegsende, als sie in ihre Heimatstadt Biala Rawska zurückkehren? |
- tiefe Traurigkeit über
das Ausmaß des Verlustes (Verlust des Vaters, Entfremdung von der
Freundin, von der ehemals vertrauten Umgebung)
- Fremdheit in der eigenen Heimatstadt
- Versuch eines Neuanfangs |
13.Kapitel (S. 32-33): Rückkehr ins Leben (Farbe: gelb)
Anmerkung für den Lehrer:
1. Zionismus
Hannah und ihre Mutter versuchen, ihr Leben wieder aufzubauen und beginnen
von Neuem, nun mit versteckter Identität als Christen und in einer anderen
Stadt. Aber Hannah beginnt, ihre jüdische Identität zu spüren und unter
ihrem falschen Leben zu leiden. Sie schließt sich einer zionistischen
Jugendbewegung an. Der Zionismus gibt ihrem Leben eine neue Zielrichtung.
2. Gründung einer neuen Familie
Hannahs Mutter heiratet zum zweiten Mal, Hannah bekommt einen Bruder.
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| Impuls |
Erwartungshorizont
möglicher Antworten |
| Was empfindet Hannah, als sie die
Geschichte der biblischen Hannah und ihrer sieben Söhne hört? |
Sie identifiziert sich mit der biblischen
Hannah, fühlt sich mit ihrer jüdischen Herkunft verbunden und möchte
ihr Jüdischsein in Israel leben. Sie legt die polnische Koseform ihres
Namens ab und ändert ihren Namen von Haneczka in Hannah. |
14.Kapitel (S. 34-36): Epilog (Farbe: blau)
Anmerkung für den Lehrer:
Hannah erzählt in Kürze über den weiteren Verlauf ihres Lebens nach ihrer
Ankunft in Israel: Sie erlernte einen Beruf, den sie noch immer ausübt,
heiratete und bekam einen Sohn und später Enkelkinder.
In diesem kurzen Kapitel werden auch die Skovroneks erwähnt und die
Tatsache, dass ihnen zu Ehren als „Gerechte unter den Völkern“ ein Baum in
Yad Vashem gepflanzt wurde. Dieses Detail ist außerordentlich wichtig – es
bedeutet eine besondere Würdigung der Familie, der Hannah und ihre Mutter
ihr Überleben verdanken. Dass die Familie Skovronek hier in diesem kurzen
Kapitel erwähnt und mit Fotos dargestellt wird, bezeugt die tiefe
Dankbarkeit, die Hannah ihr gegenüber empfindet. |
| Frage |
Erwartungshorizont
möglicher Antworten |
| Warum erzählt Hannah uns in diesem
letzten Kapitel nicht nur über ihre Ankunft in Israel, sondern auch
über die Familie Skovronek? |
- Betonung der zentralen Bedeutung der
Familie Skovronek in Hannahs Biografie
- Hannahs Dankbarkeit |
Stunde 4: Kreatives Arbeiten und Abschlussdiskussion
Diese Unterrichtseinheit bietet eine Zusammenfassung des Buches.
Hauptanliegen ist, den Schülern Gelegenheit zu geben, sich selbst auf
kreative Weise auszudrücken und den Eindrücken Raum zu geben, die sie
während der Begegnung mit Hannahs Geschichte gesammelt haben.
Die Zeit sollte zu gleichen Teilen wie folgt
eingeteilt werden:
- Teil: kreatives Arbeiten
- Teil: Diskussion
Im Klassenraum sollte während der ersten Stundenhälfte eine ruhige,
entspannte Atmoshäre herrschen, die eventuell durch passend gewählte
Hintergrundmusik gefördert werden kann, zu der die Schüler in unabhängigen
Gruppen arbeiten.
1. Teil: Kreatives Arbeiten (Einzel- oder Gruppenarbeit)
Der Klassenraum ist im Voraus vorzubereiten: Der Lehrer richtet
verschiedene Ecken mit Arbeitsmaterialien ein (Farben, Stifte, farbiges
Papier, Schere, Klebstoff, Zeitungsausschnitte).
Die Schüler wählen einen der drei folgenden Arbeitsaufträge und
verteilen sich auf die Arbeitsecken.
- Einen Brief an Hannah Gofrit schreiben (Anschrift auf S. 36)
- Ein Bild oder eine Collage anfertigen, die die eigenen Gefühle
nach der Buchlektüre zum Ausdruck bringt. Der Lehrer sollte den
Schülern vorschlagen, sich auf ein einzelnes Ereignis zu
konzentrieren, das sie besonders berührt hat.
- Die Fotos „sammeln“, die in Kapitel 6, wo über die Deportation
der Juden berichtet wird, in alle Winde verstreut wurden (S. 15).
Hier erschaffen die Kinder aus ihrer eigenen Vorstellung die
verlorenen gegangenen Bilder und errichten damit
den Menschen, von denen keine Spuren geblieben sind, ein Denkmal.
Die Bilder können von den Schülern gezeichnet werden. Eine andere
Möglichkeit ist es, ihnen Rohmaterial an die Hand zu geben: Fotografien
von Familien und/oder Kindern, die u.a. auf der website von Yad Vashem
(Foto-Archiv) zu finden sind.
(www.yadvashem.org)
2. Teil: Diskussion
Die Schüler verteilen ihre Briefe, Bilder und
Collagen über den Raum, so dass es für jeden möglich ist, die Werke der
anderen zu betrachten. Jeder Schüler wählt sich ein Werk aus und überlegt
sich eine Frage, die er dazu stellen möchte.
Zusätzlich regt der Lehrer das Gespräch über die Arbeiten der Kinder an,
indem er Fragen zu dem kreativen Prozess stellt, wie: „Warum hast du diese
Farben gewählt?“, „Warum hast du dir gerade dieses Ereignis ausgesucht?“,
„Inwiefern bringt dein Brief/deine Zeichnung deine Gefühle zum Ausdruck?
“ usw.
Die Schüler sollen auch dazu angeregt werden, sich gegenseitig Fragen zu
stellen bzw. Vergleiche zwischen den Arbeiten zu ziehen, z.B. „Ich sehe,
dass ihr beiden dasselbe Thema gewählt habt – aber es hat ganz
unterschiedliche Gefühle in euch hervorgebracht“ usw.
Das Gespräch sollte auch auf die „eingesammelten“ Fotos gelenkt werden,
die in der dritten Arbeitsecke entstanden sind. Die Schüler können
Objekte und besondere Attribute in Augenschein nehmen, die die Figuren
auf den Fotos/Bildern bei sich haben, den Hintergrund des Fotos/Bildes
analysieren, zusätzlich auf dem Foto/Bild abgebildete Personen betrachten
und über ihr Verhältnis untereinander spekulieren. Von hier aus können
Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Hannahs Foto im ersten Kapitel
(S. 2), den „wieder hergestellten“ Fotos ihrer damaligen jüdischen
Freunde und den Schülern selbst festgestellt werden.
Am Ende der Stunde kann das entstandene Material eingesammelt und für
eine kleine Ausstellung oder Gedenkzeremonie der Klasse am
Holocaustgedenktag verwendet werden. Ebenso kann das Material an Hannah
Gofrith gesandt werden, deren Adresse auf S. 36 angegeben ist.
* Erzählt von Naomie Morgenstern
Die Geschichte von Hannah Gofrith
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