Erinnern und
Lehren ziehen
Pädagogen-Fortbildung in KZ-Gedenkstätte
Vom 30.01.2006
red. OSTHOFEN Erinnern, Gedenken und Lehren ziehen aus den
Schrecken des Holocaust sind in der schulischen und
außerschulischen Bildung ständige und wichtige Aufgaben. Aus den
Gräueln der Nazizeit die Lehren für ein besseres Zusammenleben
heute und morgen zu ziehen wird aber mit zunehmendem Zeitabstand
nicht einfacher. Nur noch wenige Zeitzeugen leben,
Geschichtsvermittlung aus erster Hand wird bald nicht mehr möglich
sein.
Neue Ideen, wie diese Vermittlung in Gegenwart und Zukunft
altersgerecht gelingen kann, boten im NS-Dokumentationszentrum
Rheinland-Pfalz / Gedenkstätte KZ Osthofen die Landeszentrale für
politische Bildung und das Ministerium für Bildung, Frauen und
Jugend Rheinland-Pfalz nun in der Fortbildung "Ein Name und ein
Schicksal - Jüdisches Leben während des Holocaust".
30 Lehrer aus ganz Rheinland-Pfalz informierten sich über die
altersgerechte Vermittlung des Themas. Eine positive Zwischenbilanz
zogen viele Teilnehmende bereits zur Halbzeit. Die Fortbildung habe
ihr für den Schulalltag viel gebracht, lobte eine Lehrerin aus dem
Raum Bad Kreuznach. Der geschichtsträchtige Lernort Gedenkstätte
verfehlte seine Wirkung nicht. "Ich komme mit meiner Klasse wieder",
versprach die junge Pädagogin.
Dr. Noa Mkayton und Dr. Susanne Urban von der zentralen
israelischen Gedenkstätte Yad Vashem erläuterten den
Forschungsstand und zeigten an praktischen Beispielen (vom
Schüler-Lehrer-Heft bis zur DVD, von der Plakatreihe bis zum
Jugendbuch), wie man "jüdische Geschichte vor, während und nach der
Shoah" in der Schule vermitteln kann. In Workshops lernten die
Pädagogen, wie man die Geschichte der Shoah mit Hilfe von
Karikaturen und Bildern erschließt. Auch über kleine Geschichten
und Anekdoten gelingt der Einstieg in die Zeitgeschichte.
Präsentiert wurden Unterrichtseinheiten für verschiedene
Altersstufen zu Themen wie Kindheit im Ghetto Theresienstadt,
Überleben im Versteck und "Alltag im Warschauer Ghetto 1941". Die
Teilnehmenden erhielten Literaturtipps, Zeittafeln, Lerneinheiten
und Module - fertig für den Unterrichtseinsatz. Sie konnten aber
zusätzlich auch ihre eigenen Materialien und Projekte in die
Fortbildung einbringen. Unter dem Titel "Zeremonien zum Gedenken an
die Opfer des Holocaust" wurden Wege und Möglichkeiten des
Erinnerns gezeigt.
Die Fortbildung fand in Kooperation mit The International School
for Holocaust Studies of Yad Vashem, the Holocaust Martyrs´ and
Heroes Remembrance Authority statt.